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Warum Vegetarier werden: Gründe, Vorteile und Nachteile

Warum Vegetarier werden: Gründe, Vorteile und Nachteile

„The single biggest thing that an individual can do to combat climate change is to stop eating animals.“
James Cameron

Ich muss gestehen, dass auch mich dieser Satz damals zum nachdenken angeregt hat und mein Interesse gesteigert hat Vegetarier zu werden oder mich zumindest mit dem Thema intensiver auseinander zu setzen.

Warum man Vegetarier werden sollte ist mittlerweile eine der Fragen, die immer mehr Menschen sich stellen. Das Thema hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. In diesem Beitrag wollen wir weder belehren noch bekehren. Allerdings finden wir es sinnvoll, sich einen Gesamtüberblick zu verschaffen.

Es gibt drei große Argumente und Gründe, welche die meisten Vegetarier nennen, warum sie Vegetarier sind:

Es gibt viele weitere Gründe, welche dazu beitragen können Vegetarier zu werden. Wir werden hier allerdings nur die drei genannten Aspekte kurz erläutern.

Die Tiere: Massenhaltung & Tierwohl

Obwohl mittlerweile wirklich jeder die abartigen Bilder moderner Massentierhaltung gesehen hat wird sie dennoch schlichtweg von dem meisten verdrängt.

„Oh wie schrecklich, das Huhn hat ja kaum Platz zum stehen und fällt wegen der großen Brust ja schon fast nach vorne.“ – „Was gibt’s zum Abendessen?“ – „Wie wäre es mit Hähnchenbrust und Spiegelei“ – „Klingt großartig.“

So in etwa ist immer noch der Alltag in vielen Haushalten. Nicht aber bei Vegetariern.

Zwar werden auch für vegetarische Ernährung Tiere gehalten und getötet (Milch, Käse, Eier und Co.). Allerdings ist die Anzahl deutlich geringer. Auch haben sie oft nichts dagegen, wenn ein Jäger ein Reh schießt, was bis dahin in seinem natürlichen Lebensraum gelebt hat. Es geht hauptsächlich um die Tierhaltung- und behandlung.

Tiere haben auch Gefühle! (Ja Pflanzen auch). Kühe stehen nur an einer kleinen Stelle rum und fressen, um schnell heranzuwachsen. Das Schwein hängt zum Ausbluten am Haken. Und das überzüchtete Huhn kann kaum noch laufen, weil die Brust überproportional groß ist.

Dazu kommen Antibiotika oder Pestizide, die sich im Laufe der Nahrungskette im Fleisch der Tiere angesammelt haben. Alles nur um schneller und besser Fleisch zu produzieren.

Und das obwohl Tiere empfindungs- und leidensfähig sind. Jeder der einmal ein Haustier besessen hat kennt das wohl bestens. Aber warum freuen wir uns, wenn wir nach Hause kommen und den Hund streicheln, aber kaufen im Supermarkt Chicken-Wings wie einen Sachgegenstand?

Dieses Bewusstsein ist bei Vegetariern ausgeprägter. Und wer Vegetarier werden möchte setzt sich auch mit diesem Grund intensiv auseinander. Desto tiefer man auch hier in die Materie eindringt, desto mehr Sachen werden einem bewusst, und das obwohl die meisten so offensichtlich sind.

Das Tierwohl bleibt einer der häufigsten Gründe, warum man sich entscheidet Vegetarier zu werden. Auch hier ist damit aber noch viel mehr verbunden als nur die Massentierhaltung. Das Thema ist so komplex, dass wir es hier nur anreißen können. Wer sich weiter informieren will, sucht vor allem nach Tierethik.

Mehr zum Thema:

  • https://www.bpb.de/apuz/262265/du-bist-was-du-isst?p=all
  • https://epub.ub.uni-muenchen.de/4395/1/4395.pdf
  • http://www.vegetarier.eu/index.php/ethic.html
  • https://welttierschutz.org/kuhplusdu/

Das Klima: Der Einfluss von Fleischkonsum auf die Umwelt

Obwohl dieser Grund früher nur selten genannt wurde ist er mittlerweile einer der Hauptargumente für Vegetarismus. Das Thema Umwelt und Klimawandel ist in den letzten Jahren explodiert.

Die Produktion von tierischen Nahrungsmitteln verbraucht mehr Energie und Wasser als vergleichbare Mengen pflanzlicher Nahrung. Zudem wird wesentlich mehr Fläche benötigt und dafür essentielle Gebiete z.B. vom Regenwald abgeholzt. Dazu kommt, dass die Tierhaltung maßgeblich zur Emission klimaschädlicher Gase beiträgt.

Beispiel: Das Argentinische Rindersteak

Damit das Rind ausreichend Weide-Fläche hat wird ein Teil des Südamerikanischen Regenwaldes abgeholzt. Gleichzeitig muss eine zusätzliche Fläche genutzt werden, welche für die zusätzliche Produktion von Futter für das Rind sorgt. Zudem stoßen Rinder Methan aus, welches 25 mal so wirksam wie Kohlendioxid ist und schon jetzt einen erheblichen Teil des menschengemachten Treibhauseffektes ausmacht.

Die CO2-Emissionen von Rindfleisch aus Weidehaltung sind mit 9,1kg CO2eq pro 100 Gramm Eiweiß rund 36 Mal höher als vergleichbare Erbsenproduzenten mit 0,25 kg CO2eq. Zudem belegte das am umweltfreundlichsten produzierte Rindfleisch mit 7,3m² sechs Mal mehr Land als vergleichbar produzierte Erbsen mit 1,2m². (Auszug aus dem Weltagrarbericht: https://www.weltagrarbericht.de/aktuelles/nachrichten/news/de/33244.html)

Das Thema Klima und Tierhaltung ist sehr umfangreich und kann auch hier nur angeschnitten werden. Es gibt Berichte, die davon sprechen, dass die Nutztierhaltung für genauso viele Treibhausgas-Emission wie der gesamte Verkehr verantwortlich ist. Andere sprechen von deutlich weniger. Was alle Studien allerdings vereint, ist, dass der Anteil der Treibhausgase bedingt durch vegetarische Ernährung deutlich geringer ist als dem durch tierische.

Mehr zum Thema:

  • https://www.umweltbundesamt.de/daten/land-forstwirtschaft/beitrag-der-landwirtschaft-zu-den-treibhausgas#massnahmen-in-der-landwirtschaft-zur-senkung-der-treibhausgas-emissionen
  • https://albert-schweitzer-stiftung.de/themen/umwelt/tierprodukte-befeuern-erderhitzung
  • https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Bending-the-Curve-The-Restorative-Power-of-Planet-Based-Diets-FULL-REPORT.pdf
  • http://www.fao.org/3/a-i3437e.pdf

Der Gesundheitsaspekt: Vegetarische Ernährung ist gesund

Lange bestand in den Ernährungs- und Gesundheitswissenschaften die Annahme, dass Vegetarier ein höheres Risiko für Nährstoffdefizite haben könnten. Insbesondere ein Vitamin B12 Mangel spielt hier eine Rolle.

Mittlerweile gibt es allerdings nicht nur genug Alternativen, sondern die Forschung ist sich einig: Eine vegetarische Ernährung ist gesund!

Die vegetarische Ernährung kann helfen, den Body Mass Index zu reduzieren. Das Risiko für gesundheitliche Beschwerden wie bspw. Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern. Vegetarier erkranken zudem sogar seltener an Krebs.

Die Gründe dafür liegen allerdings nicht nur in der Ernährung. Vegetarier leben allgemein bewusster. Viele Vegetarier haben allgemein einen gesünderen Lebensstil. Sie rauchen seltener, trinken weniger Alkohol und treiben mehr Sport. Das liegt nicht daran, dass sie Vegetarier sind, sondern dass sie sich allgemein mit gesundheitlichen Aspekten mehr auseinander setzen.

Wer Vegetarier werden will schaut automatisch viel öfter auf die Inhaltsstoffe und Nährwerte von Lebensmitteln. Dabei wird zu einem schnell klar, dass viel mehr Lebensmittel Fleisch enthalten, als man denkt. Zum anderen, dass viele Fleischprodukte über keine guten Nährwerte verfügen. Dieses allgemeine Bewusstsein zum Thema kann infolgedessen auch dazu führen, dass man einen gesünderen Lebensstil verfolgt. Das gilt andersrum genauso.

Wer sich also vegetarisch ernähren will, setzt sich wesentlich intensiver mit dem Thema Ernährung auseinander und lebt dadurch i.d.R. auch gesünder.

Mehr zum Thema:

  • https://edoc.rki.de/bitstream/handle/176904/2488/JoHM_2016_02_ernaehrung1a.pdf
  • https://www.gesundheit.gv.at/leben/ernaehrung/gesunde-ernaehrung/vegetarier

Vegetarier werden: Die Vorteile und Nachteile auf einen Blick

Bitte beachtet, dass die Vor- und Nachteile nicht direkt gegeneinander gestellt werden (auch wenn es so aussieht) sondern lediglich jeweils eine Liste darstellen sollen.

VorteileNachteile
Gesundheitliche Aspekte: weniger krankheitsanfällig, seltener Krebs, weniger ÜbergewichtStarke Auseinandersetzung mit Lebensmitteln & Inhalten (ist auch ein Vorteil, aber sehr zeitintensiv)
Ökologische Gründe: Klima- und Umweltschutz gegenüber FleischkonsumAnfängliches Einkaufen kann länger dauern - man bekommt ggf. nicht alles ein einem Supermarkt und die Auswahl an Gerichten ist geringer (aber immer noch nahezu unendlich)
Tierethik: weniger Tierleid & MassentierhaltungMangelerscheinungen bei unüberlegter Ernährung
Allgemein höheres gesundheitliches BewusstseinNach der Ernährungsumstellung können kurzzeitige Veränderung auftreten (Darmflora, Blähungen)
Positiver Einfluss auf Wohlbefinden & LebenserwartungWeniger alltagstauglich (Restaurantbesuch, Kochen/Essen mit Fleischliebhabern)
Verringerung weltweiter HungersnotKonflikte mit Fleischliebhabern sind unausweichlich
Schnell sollte hier klar werden, dass die Vorteile Vegetarier zu werden ganz klar überwiegen. Einige der genannten Nachteile können langfristig gesehen sogar als Vorteile angesehen werden.

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